Einkranung 2020

Die Lusoria Rhenana lag zur Durchführung von Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten ca. 5 Monate in Germersheim im „Trockendock“. In dieser Zeit trocknet das Eichenholz aus dem das Schiff hergestellt wurde nach und schwindet trotz fast 4000 handgeschmiedeter Nägel und Verstrebungen wie Bodenwrangen, Spanten und Weger vertikal wie auch horizontal. Die Planken der Lusoria wurden wie bei den Originalfunden bereits von den Römern Planke auf Planke genagelt und abgedichtet. Nach einer derart langen Zeit ohne Wasser ist es normal wenn die Plankennähte mehrere Millimeter auseinanderklaffen. Den Vorgang bei dem in die Nähte zwischen den hölzernen Schiffsplanken sogenanntes Werg (getränkte Hanffasern) mit Spezialwerkzeug eingeschlagen wird, nennt der Fachmann kalfatern. Dies erfordert Fachkenntnis, Erfahrung und Fingerspitzengefühl, da das Holz sobald das Schiff zu Wasser gelassen wird wieder aufquillt und bei zu eng eingeschlagenem Werg sich der gesamte Schiffskörper verformen oder sich sogar Planken lösen könnten. Um dies zu vermeiden schlägt man nur so viel Hanf wie notwendig ein, wässert das Schiff und lässt dem Holz in Abhängigkeit von Außen- und Wassertemperatur ca. 2 – 3 Wochen Zeit sich quasi durch aufquillen selbst abzudichten.

Bilder : Franz Gschwind

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